Ein Bild mit Symbolen zum Thema Barrierefreiheit. Daneben der Schriftzug: BFSG im Museum?

Barrierefreie Vermittlung und multisensorische Audioguides: Ein neuer Standard für Museen

Audio-Cult Audioguide. Der einfachste Weg Audioguides zu erstellen
Lucas Hagin
05. Juli 2024

Stellen Sie sich vor, Sie besuchen ein Museum, doch anstatt einfach nur durch die Ausstellungen zu schlendern, werden Sie durch eine Symphonie aus Klängen, detaillierten Beschreibungen und Geschichten sowie taktilen Erlebnissen geführt. Doch warum sind Barrierefreiheit und Multisensorik wichtig? Im Januar 2024 berichtete Swissinfo, dass inklusiver Kulturgenuss für Menschen mit Beeinträchtigung kaum möglich ist. Für viele Menschen mit Behinderungen ist dies nicht nur eine Frage des Komforts, sondern der Zugänglichkeit.

Die Integration barrierefreier und multisensorischer Audioguides in Museen revolutioniert die Art und Weise, wie wir Kunst und Geschichte erleben können. In diesem Artikel beleuchten wir die Bedeutung dieser Innovationen und wie sie den Museumsbesuch für alle zugänglicher und reicher machen, mit drei konkreten Beispielen aus dem Gewerbemuseum Winterthur, dem Migros Museum für Gegenwartskunst und dem Museum für Gestaltung.

Barrierefreiheit: Eine Notwendigkeit, keine Option

Barrierefreiheit in Museen bedeutet mehr als nur den Einbau von Rampen und Aufzügen. Es geht darum, ein inklusives Erlebnis zu schaffen, das allen Besuchenden – unabhängig von ihren körperlichen oder kognitiven Fähigkeiten – die gleiche Möglichkeit bietet, Kunst und Kultur zu genießen. Audioguides spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie bieten eine auditive Begleitung durch die Ausstellungen, die besonders für Menschen mit Sehbehinderungen unerlässlich ist.

  • Auditive Unterstützung: Audioguides können detaillierte Beschreibungen von Kunstwerken und Exponaten liefern, die visuelle Informationen vermitteln, die für Sehbehinderte ansonsten verloren gehen.

  • Visuelle Unterstützung: Die Integration von Gebärdensprache kann zusätzliche Informationen vermitteln, die für Hörbehinderte ansonsten verloren gehen.

Multisensorische Audioguides von Audio-Cult erweitern das Konzept der barrierefreien Vermittlung, indem sie mehrere Sinne ansprechen. Diese innovativen Touren bieten ein umfassenderes und immersiveres Erlebnis, das den Museumsbesuch für alle bereichert.

3 Beispiele für Multisensorische Ansätze im Museum

Das Gewerbemuseum Winterthur hat innovative Maßnahmen zur barrierefreien Vermittlung implementiert. Es bietet Audioguides an, die speziell für Menschen mit Sehbehinderungen entwickelt wurden. Diese Guides kombinieren detaillierte Audio-Beschreibungen mit taktilen Erlebnissen, sodass Besucher die Struktur und Form der Materialien ertasten können.

  • Haptik: Neben Audioguides lohnen sich taktile Hinweise und Erlebnisse, um zusätzliche Informationen zu vermitteln oder die Benutzenden durch die Ausstellung zu führen.

  • Einfache Bedienung: Barrierefreie Audioguides sind so optimiert, dass sie auf dem Gerät der Besuchenden intuitiv und mit klaren, gut verständlichen Anweisungen funktionieren.


Im Migros Museum für Gegenwartskunst wird Inklusion grossgeschrieben. Das Museum nutzt audiodeskriptive Audioguides und Videos in Gebärdensprache, die visuelle und auditive Informationen vermitteln. Diese Guides bieten eine umfassende Beschreibung der Kunstwerke, die den Museumsbesuch zu einem Erlebnis machen.

Auch das Museum für Gestaltung setzt auf eine Vielzahl von Vermittlungsmethoden. Im Zentrum der Ausstellung Design für Alle – Vielfalt als Norm stehen fünf internationale Designstudios, die in ihrer Arbeit die Diversität der Gesellschaft einbeziehen und unsere Umgebung zugänglicher gestalten. Zur Ausstellung werden deshalb auch Audioguides von Audio-Cult angeboten. Einige innovative Highlights der Ausstellung sind so durch eine audiodeskriptive Führung hörend zu entdecken.

Fazit: Die Zukunft der Museumserlebnisse

Die Integration von barrierefreien und multisensorischen Audioguides ist ein entscheidender Schritt hin zu inklusiveren Museumserlebnissen. Sie ermöglichen es allen Besuchenden, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, Kunst und Kultur in ihrer ganzen Tiefe und Vielfalt zu erleben. Es gibt zahlreiche Fachstellen, Initativen und Förderangebote, die solche Vorhaben unterstützen. Hier drei kurze Beispiele:

  • Aktion Mensch: In Deutschland fördert die Aktion Mensch die digitale Teilhabe für alle.

  • Zentrum für kulturelle Teilhabe: Das Zentrum unterstützt innovative Projekte in Baden-Württemberg, die Barrierefreiheit mitdenken und neue Prozesse gestalten.

  • Pro Infirmis: Pro Infirmis setzt sich in der Schweiz für die kulturelle Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein. Mit dem Projekt Fachstelle Kultur inklusiv verfolgt Pro Infirmis diese Ziele seit 2016 und bietet viel Fachwissen und Beratung. Das Problem: Die langfristige Finanzierung.

  • Mediamus: mediamus ist der Schweizerische Verband für Personen und Institutionen, die in der Kulturvermittlung im Museum und verwandten Feldern aktiv sind. Hier gibt es viel Expertenwissen rund um Inklusion und Vermittlung.


Regional werden Angebote entwickelt, um Kultur zugänglicher zu machen. Im Bericht der Swissinfo sagt Stéphanie Zufferey, Mitglied der Geschäftsleitung von Pro Infirmis: „Man kann so viel Kulturvermittlung machen, wie man will. Wenn die Person selbst nicht das Gefühl hat, dass sie das Recht hat ist, daran teilzunehmen, dann wird sie nicht kommen.“

Bei Audio-Cult arbeiten wir eng mit den Vermittler:innen der Museen und den Interessenverbänden zusammen, um unser Angebot für möglichst alle Bedürfnisse zu optimieren. Für Museen bedeutet dies nicht nur eine Erweiterung ihres Publikums, sondern auch eine Bereicherung der Besucherfahrung, die über das bloße Sehen hinausgeht. Die Zukunft der Museumserlebnisse ist multisensorisch und barrierefrei – und damit spannender und zugänglicher als je zuvor.

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