Museumsbesucher:innen im Helvetia Art Foyer. Führungen und ein abwechslungreiches Programm (Spoken Word, Audioguide und Führungen) erfreuen sich grosser Beliebtheit.

Junge Leute stehen Schlange, um ins Museum zu gehen?

Lucas Hagin
22. Januar 2024

Das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung veröffentlichte Ende 2023 eine aufschlussreiche Studie. Darin wurde festgestellt, dass Museen, Theater und Konzerthäuser um Ihr zukünftiges Publikum fürchten müssen. Gleichzeitig machten an der Museumsnacht Basel Jugendliche und junge Erwachsene rund die Hälfte der rund 37'000 Besucher:innen aus. Wie kommt es dazu? Wieso ist die Lange Nacht der Museen so beliebt? Und was können wir von der Museumsnacht lernen?

Zukunftsängste um das Museums-Publikum

In der IKTF-Studie Kultureinrichtungen in (postpandemischem) Veränderungsdruck – wie zu anderer Relevanz gelangen? wurde festgestellt, dass...

❌ klassische Kulturangebote als unattraktiv empfunden werden.
❌ dem jüngeren Publikum partizipative und lockere Formate sowie ein Fokus auf Themen wie Diversität und Nachhaltigkeit fehlen.
❌ insbesondere Menschen unter 30 Jahren sich fehl am Platz fühlen und sich frischere und abwechslungsreichere Formate wünschen.

💡Kurzfassung: Es gibt eine allgemeine Abnahme der Besuchsfrequenz bei klassischen Kulturangeboten. Das heisst: Auch das Interesse an Museen sinkt.

Erfolgsmodell Museumsnacht: Wie bleibt sie relevant?

Das Konzept der "Langen Nacht" hat sich in ganz Europa verbreitet. Ziel ist es, auf Kulturinstitutionen aufmerksam zu machen und neue Besucher:innen zu begeistern. Die Museumsnacht bietet eine ideale Gelegenheit für Menschen jeden Alters und Hintergrunds, gemeinsam die kulturelle Vielfalt zu genießen und sich in einem gemeinsamen Erlebnis zu vereinen. Was macht eine erfolgreiche Museumnacht aus? Und wieso stehen die Leute Schlange, um ins Museum zu gehen?

Stimmung und Vielfalt: Die Atmosphäre der Museumsnacht

Während der Museumsnacht bietet sich eine einzigartige Gelegenheit, kulturelle Einrichtungen in einem anderen Licht zu genießen. Geschichte, Kunst & Wissenschaft sind hautnah zu erleben – jedoch mit einem besonderen Flair. Zusätzlich zu den Ausstellungen gibt es oft vielfältige Aktivitäten wie Live-Musik, Workshops, interaktive Programme und Performances. Viele Museumsnächte bieten zudem kostenlosen oder stark ermäßigten Eintritt für junge Besucher:innen an. Das senkt Zugangshürden und lädt zu einem spontanen Besuch ein.

Food, Drinks, Führungen und Workshops für alle. Das Publikum der Museumsnacht in Basel konnte...
💄 sich von Dragqueens aufbrezeln lassen (Kunstmuseum Basel)
💔 die eigenen Gefühle zeichnen lassen (Cartoonmuseum Basel)
🎤 Spoken Word Performances erleben (Helvetia Art Foyer)
🎨 3D-Wesen in Augmented Reality erstellen (Haus der Elektronischen Künste)

Das lebendige Museum: Ein Ort für Begegnungen

Kurz gefasst: Das Museum wird hier als lebendiger, abwechslungsreicher und zugänglicher Ort inszeniert – und wahrgenommen.

👉 Was können wir von der Museumsnacht lernen?
✅ Konkreten Bezug zur Gegenwart aufzeigen
✅ Partizipative und interaktive Formate entwickeln
✅ Vermittlung auf Augenhöhe

Audioguide für die Museumsnacht

Basler Museen entwickelten kurze Audiotouren mit spannenden Highlights rund um die Museumsnacht – vom Museum der Kulturen, über das Schweizerische Architekturmuseum, bis hin zum Tram-Museum. So erfahren Besuchende Einblicke hinter die Kulissen – direkt von den Kurator:innen, Vermittler:innen und Expert:innen. Wie bereits an der Langen Nacht der Museen in Zürich, kam das Angebot besonders gut an und wurde von den Besuchenden extrem gut bewertet.

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